Frankfurt, September 1963. Die Scheinwerfer fallen auf einen unscheinbaren Porsche-Stand. In seiner Mitte ein Auto mit revolutionärem Design, das es noch nicht ahnt: Es wird der meistverkaufte Sportwagen der Geschichte. Nur heißt dieses Auto noch nicht 911. Es heißt 901. Und es steht kurz vor einem verrückten Abenteuer, das nun schon 60 Jahre andauert.
{Folien}
Ich liebe diese Geschichte, weil sie mit einem Verwaltungsfehler beginnt, der eine Legende entstehen lässt. Der Porsche 911 ist nicht nur ein Auto, er ist ein Denkmal des Automobils, das alles überlebt hat: Ölkrisen, technische Revolutionen, vorübergehende Moden und sogar Porsche-Manager, die ihn begraben wollten.
Die Ursprünge: Wenn aus dem 901 der 911 wird
Fangen wir also von vorne an. Wir schreiben das Jahr 1963, und Ferry Porsche – Sohn des Firmengründers Ferdinand – hat ein Problem. Sein 356 ist in die Jahre gekommen, die Konkurrenz wird stärker, und ein würdiger Nachfolger muss her. Doch Ferry will nicht einfach irgendetwas. Sein neues Auto soll den Porsche-Geist bewahren: einen Heckmotor, einen einzigartigen Charakter, aber mit mehr Platz und mehr Leistung.
Hier kommt sein Sohn Ferdinand Alexander Porsche ins Spiel, den alle „Butzi“ nennen. Und hier, ich schwöre, ist die Ironie der Geschichte köstlich: Dieser Typ, der eine der bekanntesten Silhouetten der Welt entwerfen wird, flog nach einem Jahr von seiner Designschule in Ulm. Die Lehrer dachten, er hätte nicht das nötige Talent. Können Sie sich das vorstellen? Dem Typ, der den 911 entwerfen wird, wird gesagt, er könne nicht zeichnen.
Zum Glück glaubt Papa Ferry daran. Er betraut seinen 24-jährigen Sohn mit der Aufgabe, den Nachfolger des 356 zu entwerfen. Zwischen August und Oktober 1959 entwirft Butzi den T7-Prototyp, und dann geschieht etwas Magisches . Diese Linie, diese Silhouette, dieses Profil, das man aus 500 Metern Entfernung erkennt: Alles ist bereits da.
Doch auf der IAA in Frankfurt wurde es richtig spannend. Der Wagen wurde unter dem Namen 901 präsentiert, alles lief rund, die Journalisten waren überzeugt. Doch dann, wenige Wochen später, die dramatische Wendung: Peugeot kam mit seinen Anwälten. Denn stellen Sie sich vor: Seit 1930 und dem 201 hatten die Franzosen alle dreistelligen Nummern mit einer Null in der Mitte exklusiv angemeldet . Aus für den 901.
Ferry Porsche musste schnell reagieren. Also nahm man kurzerhand die „0“ und ersetzte sie durch eine „1“. So entstand zufällig einer der legendärsten Namen der Automobilgeschichte. Manchmal beginnen die besten Geschichten mit einem Plan B.






































































































































