September 2015, ein kleines EPA-Büro in den USA. Drei Männer in Anzug und Krawatte starren auf ihre Computerbildschirme und sehen aus, als hätten sie gerade einen Geist gesehen. Auf ihren Schreibtischen liegen Dutzende von Emissionsberichten, die absolut keinen Sinn ergeben. Die Zahlen, die ihnen vorliegen, werden Europas größten Autobauer zu Fall bringen und Volkswagen mehr als 30 Milliarden Dollar kosten.
{Folien}
Denn an diesem Tag entdeckte die US-Umweltschutzbehörde, dass Volkswagen sie zum Narren gehalten hatte. Jahrelang hatte der deutsche Konzern in elf Millionen Dieselautos weltweit eine Schummelsoftware installiert. Ein Computerprogramm, das erkennen konnte, wann das Auto einen Abgastest bestand, um die Abgaskontrollen zu aktivieren ... und sie in der restlichen Zeit komplett zu deaktivieren.
Das Ergebnis? Diese vermeintlich „sauberen“ Autos stießen bis zu 40-mal mehr Schadstoffe aus als der gesetzliche Grenzwert. Und als langjähriger Autoliebhaber kann ich Ihnen sagen, dass dies einer der größten Skandale in der Geschichte der Branche ist. Deshalb erzähle ich Ihnen heute, wie drei Studenten ein Imperium zu Fall brachten, wie Volkswagen das raffinierteste Betrugssystem aller Zeiten entwickelte und warum diese Affäre die deutsche Industrie auch fast zehn Jahre später noch immer beschäftigt.
Unwahrscheinliche Helden: Drei Studenten gegen einen Riesen
Um diese Geschichte zu verstehen, müssen wir ins Jahr 2012 zurückgehen. An der West Virginia University arbeiten drei Studenten an einem Projekt, das die Geschichte des Automobils verändern wird: Arvind Thiruvengadam und Hemanth Kappanna, zwei Inder, und Marc Besch, ein Schweizer. Ihre Mission? Mit dem lächerlichen Budget von 70.000 Dollar die Abgaswerte amerikanischer Dieselautos zu testen.
Und ich muss zugeben, dieser Teil der Geschichte gefällt mir sehr gut. Diese drei Typen gehen davon aus, dass Dieselautos in den USA zwangsläufig sauberer sind als die anderswo. Logisch, oder? Die Amerikaner haben extrem strenge Emissionsstandards.
Doch sie werden bald das genaue Gegenteil entdecken. Ihre Tests zeigen, dass die von ihnen analysierten Volkswagen Jetta und Passat TDI die Stickoxid-Grenzwerte deutlich überschreiten. Und zwar nicht nur geringfügig. Wir sprechen hier von 15- bis 40-mal mehr als dem gesetzlichen Grenzwert beim Fahren auf der Autobahn.
Zuerst denken sie, sie hätten irgendwo einen Fehler gemacht. Sie wiederholen die Tests, überprüfen ihre Ausrüstung, beginnen von vorne ... Dasselbe Ergebnis. Die Autos sind unter realen Bedingungen ekelhaft, aber im Labor perfekt.
Ich kann mir ihre Gesichter nur vorstellen, als ihnen klar wurde, dass sie gerade einen riesigen Betrug aufgedeckt hatten. Drei Studenten mit ihrem kleinen mobilen Labor bringen ein Multimilliarden-Dollar-Imperium zu Fall. Es ist ein Kampf David gegen Goliath im 21. Jahrhundert.





































































































































