Es ist 1951, irgendwo im Simca-Werk in Poissy. Henri Pigozzi, ein kleiner Italiener mit französischer Staatsbürgerschaft, steht vor dem ersten Aronde, der vom Band läuft. Er weiß, dass er gerade eine verrückte Wette eingegangen ist: Er verzichtet auf umbenannte Fiats und baut stattdessen das erste rein französische Auto seiner Marke. Was er noch nicht weiß: Er hält die Schwalbe in den Händen, die Simca zum zweitgrößten französischen Autohersteller machen wird.
{Folien}
Denn die Geschichte des Simca Aronde ist viel mehr als nur ein Auto. Es ist die epische Geschichte eines Mannes, der aus dem Nichts begann und die französische Automobilindustrie revolutionierte, und einer Limousine mit amerikanischen Linien, die 1,4 Millionen Käufer anlockte. Ein Schwalbenschwanz, der entgegen der landläufigen Meinung den Beginn einer ganzen Marke markierte.
Der Mann, der von Amerika träumte
Um die Aronde zu verstehen, muss man zunächst ihren Schöpfer verstehen. Enrico Teodoro Pigozzi – so heißt er mit bürgerlichem Namen – ist das perfekte Beispiel für einen französischen Selfmademan. Geboren 1898 in Turin, mit 14 Jahren vaterlos, begann er seine Karriere als … Schrotthändler. Ja, ich weiß, es klingt wie ein Traum.
Doch dieser Junge hatte etwas Besonderes. Eine Vision. Er blickte nach Amerika und erkannte, dass die französische Automobilindustrie völlig hinter der Zeit zurückgeblieben war. Während Henry Ford mit seinen Fließbändern die Produktion revolutionierte, war bei uns noch Handwerk angesagt. Als er 1935 zu Simca kam, zunächst als Geschäftsführer und dann als CEO, hatte er eine fixe Idee: amerikanische Methoden auf die französische Industrie anzuwenden.
Und das ist auch gut so, denn bis 1950 war Simca im Wesentlichen ein Fiat-Montagebetrieb. Man nahm italienische Autos, verpasste ihnen ein französisches Emblem – und fertig! Doch Pigozzi hatte genug. Er wollte sein eigenes Auto, seine eigene Identität. Er wollte zeigen, dass Frankreich genauso gut sein konnte wie Amerika.
Die verrückte Wette von 1951
Also wagte Pigozzi 1951 sein bisher kühnstes Wagnis: Er wollte ein französisches Auto von Grund auf neu entwickeln. Kein getarnter Fiat, keine Ansammlung von Teilen aus anderen Ländern. Nein, ein echtes französisches Auto. Und damit revolutionierte er alles, was damals üblich war.
Zunächst wurde die traditionelle Chassis-Karosserie-Konstruktion aufgegeben und die Monocoque-Bauweise eingeführt. Eine französische Premiere! Die Karosserie wurde tragfähiger, leichter und steifer. Dann übernahm man die „Ponton“-Linien: keine separaten Kotflügel und Kotflügel mehr, alles ist in eine einzige fließende Linie integriert. Eine weitere Premiere in Frankreich!
Und der Name? Aronde. Im Altfranzösischen bedeutet er Schwalbe. Die Wahl fiel nicht zufällig: Die Schwalbe ist der Vogel, der wenig frisst, aber schnell und weit fliegt. Eine perfekte Metapher für ein Auto, das wenig verbraucht, aber weit kommt. In den 1950er Jahren, als die Lebensmittelrationierung gerade erst nach dem Krieg begann, war dies ein goldenes Verkaufsargument.
Stöbern Sie durch unsere Auswahl von über 1.500 Modellen. Stöbern Sie durch unsere verschiedenen Kategorien: Französische Autos, ausländische Autos, Sport- und Rennwagen, Berufsfahrzeuge und Oldtimer.
Aber hey, ein revolutionäres Auto zu bauen ist schön und gut, aber es muss trotzdem funktionieren. Und hier muss ich zugeben, dass Pigozzi und seine Teams wirklich abgeliefert haben.





































































































































